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Wieso wir Teilzeitarbeit fördern

Teilzeitarbeit muss kein Karriererisiko sein

In vielen Firmen zeigt sich das Bild des Mitarbeitenden, der nur als Vollzeitbeschäftigter Karriereschritte machen kann. Teilzeit - gerade auch wenn für Kinderbetreuung eingesetzt - wird vom Arbeitgeber oft als zu kleines Engagement gewertet. Wir verstehen deshalb Angestellte in solchen Firmen, welche die Frage nach Teilzeit nur sehr zögernd oder vielleicht überhaupt nie stellen. Unsere Erfahrung zeigt, dass gelebte Teilzeitarbeit über verschiedene Funktionen und Rollen dazu führt, dass diese Furcht verschwindet. Wohl deshalb arbeiten bei uns weit über die Hälfte aller Mitarbeitenden Teilzeit (60% - 90%). Für unsere männlich dominierte Branche ist das bemerkenswert. Die Väter (und Mütter) betreuen am freien Tag ihre Kinder. Jüngere Kollegen ohne Kinder machen Ausbildungen oder gehen anderen Beschäftigungen nach.

Nicht die Männer sind schuld

Wir sind der festen Überzeugung, dass Männer Kinderbetreuungsarbeit leisten wollen. Denn sobald eine Organisation diese Flexibilität praktiziert und beispielsweise durch die Beförderung eines Mitarbeitenden mit Teilzeit in die Geschäftsleitung vorlebt, sind Männer sehr wohl bereit sich vermehrt für die Erziehung zu engagieren. Dadurch kann die Partnerin ihrerseits zu einem substanziellen Beschäftigungsgrad arbeiten und damit wiederum ihre Chance auf Karriere innerhalb ihrer (hoffentlich zeitgemässen) Organisation erhöhen. Somit leisten wir mit Teilzeitarbeit einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem haben Väter, die an mindestens einem Tag ihren Nachwuchs betreuen, wohl ein intensiveres Verhältnis zu ihren Kindern. Auch bringen sie mehr Verständnis auf für die Situation der Partnerin. Auf diese Weise kann Teilzeitarbeit von Familienvätern zu einem ausgeglichenerem Familienleben beisteuern.

Die Mär, Teilzeitarbeit lasse sich nicht organisieren

Es ist kaum abzustreiten, dass es praktisch ist, wenn Mitarbeitende jeden Tag verfügbar sind. Auf der anderen Seite ist es auch nicht so anspruchsvoll, sich etwas um die freien Tage herum zu organisieren; und sicherlich nicht nur in unserer Branche. Bei uns konstituieren sich die Teams (4-7 Personen) selber und gehen auch gegenseitig Kompromisse ein, damit eine gute Verfügbarkeit mit gleichzeitig gutem Output generiert werden kann. Teilzeitarbeit kann die Effizienz sogar steigern. Denn die Mitarbeitenden kommen ausgeglichener zu Arbeit, haben weniger Fehlzeiten und legen ihre privaten Termine auf den freien Tag. Wir als Arbeitgeber fühlen uns mit dieser Situation wohl aber auch unsere Mitarbeiter - wie die Bewertungsplattform kununu zeigt.

Verfasst haben den Artikel Nadja und Gerhard.

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Comments [5]

Chris, 07.03.2013 15:23 CEST

Ein sehr sympathisches Konzept! Ich hoffe dass dieser Artikel seinen Weg durch Blogs etc. findet und sich auch andere Unternehmen Mitarbeiter Gedanken über derartige Modelle machen.

Gerhard, 07.03.2013 15:26 CEST

Danke Chris!

Thomas Luzat, 07.03.2013 19:23 CEST

Gefällt mir! Teilzeitarbeit ist auch unabhängig von Kindern ein valides Konzept. Schön ist, dass hier auch die wirtschaftlichen Vorteile (effizientere Arbeit) erwähnt werden, denn die Vorteile für den Angestellten alleine sind wenig überzeugend für viele Unternehmer/n.

Erwähnenswert sind Bertrand Russells (ältere) Betrachtungen zu dem Thema allgemein verringerter Arbeitszeiten in seinem Werk "Lob des MüŸiggangs".

Gerhard, 07.03.2013 22:31 CEST

Danke für den Hinweis Thomas.

Sebastian, 11.03.2013 14:10 CEST

Interessant, dass das in Deutschland zu grossen Teilen wohl anders gesehen wird. Wir berichteten erst heute über das Problem Teilzeit / Vollzeit in Kombination mit Elternzeit und Kindererziehung.

Hier herrscht nach wie vor die Meinung, dass Karriere nur bei einer Vollzeit-Tätigkeit funktioniert!

Ein richtiger Schritt, den mehr Unternehmen nachahmen sollten...

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